Weltengeist Rezension: Titan’s Grave – The Ashes of Valkana (Fantasy Age)

Mit Erlaubnis vom Tanelorn-User Weltengeist, stelle ich hier nach und nach seine Abenteuer-Rezensionen vor. Für Feedback zu seinen Rezis folgt dem Link zum Tanelorn-Forum.

Titan’s Grave – The Ashes of Valkana

Autor: diverse
System: Fantasy Age
Erschienen: 2015
Umfang: groß (geschätzt 40-60 Stunden Spielzeit)

Warum habe ich das AB gelesen?

Weil ich ein Artwork Victim bin. Und weil ich Science Fantasy cool finde. Und weil alle darüber geredet haben.

Plot

Die SC sind zu Spielbeginn die typischen Gelegenheits-Abenteurer in einer um (Reste von) High-Tech angereicherten Fantasywelt, die am ehesten in Richtung „Shadowrun in abgedreht“ geht. Im Laufe der aus zehn Teilen bestehenden Mini-Kampagne geraten sie aber in immer größere Schwierigkeiten, lernen immer wichtigere NSCs kennen, erfahren immer mehr über die eigene Vergangenheit und müssen am Ende nichts weniger als die Welt vor dem Nächsten Großen KriegTM retten.

Eindruck

Scheinbar kennen viele die von Will Wheaton geleitete Runde, die bei Geek&Sundry ausgestrahlt wurde und die Vorlage dieses Abenteuers war. Ich nicht. Ich bin also ganz unvoreingenommen an das Ganze herangegangen. Und als unvoreingenommener Leser würde sich sagen: Da war alles dabei, positiv wie negativ. Man merkt dem Abenteuerband wirklich an, dass er von ganz unterschiedlichen Autoren geschrieben wurde. Von reinem „Gewinne den Kampf“-Episoden über fast schon old-schoolige Rätseleinlagen bis hin zu teilweise ziemlich coole Rollenspielszenen ist alles dabei. Manches recht konventionell, manchmal aber auch mit netten neuen Ideen. Mein besonderer Favorit ist dabei ganz klar Runcible, der Roboterteddy. 

Die Handlung selbst ist eigentlich nichts Besonderes, aber sie ist auch nicht schlecht. Ich bin ja durchaus ein Freund gut gemachter Routine, und ich denke, die Abenteuer, die hier präsentiert wurden, würden am Spieltisch gut funktionieren. Natürlich muss dabei am Ende jeder Episode ein bestimmtes Ziel erreicht werden, damit es weitergehen kann, aber auch das stört zumindest mich nicht. Zusammenfassend würde ich sagen: Gute Standardkost, durch Sci-Fi-Gewürz aufgepeppt. Auch wenn es für meinen Geschmack durchaus noch etwas mehr Science-Fiction-Gewürz hätte sein können – gerade die ersten Abenteuer waren doch noch sehr klassische 08/15-Fantasy.

Störend fand ich, dass das Abenteuer am Ende des Abenteuers eben ziemlich offensichtlich nicht zu Ende ist. Der Twist des Finales (den ich hier nicht spoilern will) läuft darauf hinaus, dass die SC im Moment ihre großen Triumphes erfahren, dass dies erst der Anfang war. Und der Leser erfährt, dass er jetzt entweder eine ganze Kampagne schreiben muss, um die Geschichte wirklich zum Abschluss zu bringen – oder hoffen, dass ihm die Fantasy-Age-Macher die Arbeit irgendwann in ein paar Jahren abnehmen. Und so sehr ich Twists mag: das finde ich jetzt doch eher unglücklich.

Lobend erwähnen muss ich abschließend noch das Artwork. Beim Durchblättern des Bandes beneidet man mal wieder die englischsprachige Rollenspielszene, die sich aufgrund des deutlich größeren Marktes Sachen leisten kann, von denen deutsche Rollenspielverlage nur träumen können. Fantasy Age ist ja nun wirklich für internationale Verhältnisse ein Nischensystem, aber trotzdem schöpfen die aus dem Vollen: Hardcover. Vollfarbe. Hochglanzpapier. Super-Illus. Und das Ganze für popelige 24 €, den Preis eines etwas dickeren deutschen Schwarz-Weiß-Abenteuers mit 70% recycelten Bildern. Die Welt ist schon ungerecht. So bleibt uns armen Deutschen nur, solche englischen Schmuckstücke zu kaufen und die fantastischen Bilder für die nächste Fading-Suns-Runde zu klauen…

Zu Weltengeists Rezension im Tanelorn-Forum

Rhylthar Rezension: Scarab of Death (D&D 5E)

Mit Erlaubnis vom Tanelorn-User Rhylthar, stelle ich hier nach und nach seine Abenteuer-Rezensionen vor. Für Feedback zu seinen Rezis folgt dem Link zum Tanelorn-Forum.

Klappentext:
A young noble is found dead a block away from Nabulee’s Bazaar of the Extraordinary. Everything suggests that Nabulee was neglectful and left his scarab of death unattended, which ultimately led to the death of the noble. But how did the cursed broach find its way out of Nabulee’s impenetrable vault in the first place? And why doesn’t Nabulee remember taking it out? Will the characters solve this mystery before the noble’s vengeful father has Nabulee beheaded?

Mein Eindruck:
„Scarab of Death“ ist ein 30-seitiges Abenteuer für D&D 5E von Goblin Stone, die auch die beiden in meinen Augen hervorragenden Abenteuer Banquet of the Damned und „The Chapel on the Cliffs“ herausgebracht haben. Vom Artwork und Aufmachung muss es sich vor Original-WotC-Werken nicht verstecken, das ist schon sehr gute Qualität.

Bei diesem Abenteuer handelt es sich um ein investigatives Abenteuer in Waterdeep für Charaktere der Stufe 10…und da müssen wir erstmal einen kleinen Exkurs machen, für nicht D&D-Kenner. In der Regel funktionieren nämlich genau solche Abenteuer in D&D nicht (gut), da entweder die Charaktere über so viel Magie verfügen, dass das investigative Element eigentlich total ausgehebelt wird oder aber die Magie wird vom Abenteuer relativ platt ausgeschaltet, was häufig sehr gezwungen wirkt.

Natürlich muss sich auch „Scarab of Death“ einiger Kunstgriffe bedienen, allerdings macht es das so, dass es für mich durchaus plausibel wirkt. Das Abenteuer lebt dementsprechend von den Nachforschungen und der Konversation der Charaktere mit NSC; auch mal erfrischend anders, denn Kampfencounter sind sehr sehr rar. Aufgrund der Kürze des Abenteuers ist keine all zu große Story dahinter, aber (es ist schließlich Waterdeep) man kann es entweder als Sidetrek nutzen oder aber, durch die Verwicklung Adliger in das Geschehen, auch als Teil einer Waterdeep-Kampagne. Auch der Auftraggeber kann ja, falls er das Abenteuer überlebt, durchaus ein nützlicher Verbündeter für die Zukunft sein; welche Gruppe wünscht sich nicht einen Händler magischer Gegenstände als dankbaren Ansprechpartner?

Nochmal zusammengefasst:
Kurzes Detektivabenteuer mit viel Rollenspiel und weniger Kampf, netter Story in toller Umgebung. Artwork, Layout und Karten passen…$3.95 pdf.

Fazit: Daumen hoch

Zu Rhylthars Rezension im Tanelorn-Forum

Bewertungs-Ranking Horror-Szenarien aktualisiert (17.01.2019)

Der fleißige Tanelorn User Der Läuterer hat mittlerweile über 160 Rezensionen zu cthuloiden Horror-Szenarien verfasst, die ich hier im Blog in einem sortier- und filterbaren Index verlinke. Heute habe ich die Liste mal wieder aktualisiert. Viel Spaß damit!

Index zu Läuterers cthuloiden Horror-Rezensionen 

Auf dem Blog findet ihr Bewertungs-Rankings zu weiteren rezensierenden Partner-Seiten im Netz.

Bewertungs-Update DSA-Forum vom 16.01.2019

Ich habe die Daten der DSA-Bewertungen aktualisiert.

Im Zeitraum vom 27.11 – 16.01 sind 176 Stimmen bei den Abenteuer-Bewertungen, 72 Stimmen bei den Spielhilfe-Bewertungen und 28 bei den Roman-Bewertungen hinzu gekommen. Natürlich habe ich die neuen Daten auch in den DSA-Metascore übernommen.

DSA-Metascore

Welche Abenteuer und Spielhilfen neue Stimmen bekommen haben, findet ihr unter Statistiken & Diagramme oder direkt unter:

Stimmabgabe DSA-Forum 49.-03 KW 2018/2019

Neue Spezial-Auswertungen könnt ihr euch in diesem DSA-Forums-Thread wünschen.

OrkenspalterTV-Ranking aktualisiert (27.11.2018)

Auf dem Blog findet ihr Bewertungs-Rankings zu weiteren rezensierenden Partner-Seiten im Netz. Nico und Mháire von OrkenspalterTV haben sich nochmal zusammen gesetzt und ältere Uhrwerk-Produkte mit Punkten versehen. Auch die neuesten  Rezensionen aus der Late Nerd Show habe ich ergänzt.

Wie immer ist die Liste sortier- und filterbar. Viel Spaß damit!

Index zu den OrkenspalterTV-Rezensionen

Orkenspalter TV

Tegres Rezension: Das Erbe der Crawfords (Call of Cthulhu)

Mit Erlaubnis vom Tanelorn-User Tegres, stelle ich hier nach und nach seine Abenteuer-Rezensionen vor. Für Feedback zu seinen Rezis folgt dem Link zum Tanelorn-Forum.

Das Erbe der Crawfords

Titel: Das Erbe der Crawfords
Veröffentlichung: Innsmouth – Küstenstadt am Teufelsriff (Pegasus)
System: CoC, frühere (6.?) Edition
Spieldauer: ein Spielabend (wir haben ca. 4 Stunden benötigt)
vorgefertigte Charaktere: nein
Handouts: 0 + Karte + Grundrisse

Ort: Innsmouth
Zeit: 1925, es geht aber auch leicht ein anderes Jahr
Antagonisten/Kreaturen: Tiefe-Wesen-hörige/Marsh-hörige Menschen, degenerierter Tiefe-Wesen-Hybrid
NSCs: sehr wenige bis einige
Einstieg: Investigator erbt Haus
kampagnentauglich: ja
Besonderheiten: keine

Zusammenfassung: Die Investigatoren soll ein Haus in Innsmouth begutachten. Dabei befreien sie aus versehen einen degenerierten Tiefe-Wesen-Hybriden, der fortan in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt.
Genre: investigativ + etwas Mythos-Horror
Stil: puristisch

Positiv:

  • Stimmungsvolle Kleinstadt. Innsmouth ist Atmosphäre pur.
    Tipp: Die Spieler sollten „Schatten über Innsmouth“ nicht kennen
  • Dezenter Mythos.
  • Super Einstieg für Innsmouth, da die Investigatoren aus einem guten Grund in die Stadt kommen und sogar von Ralsa Marsh erwartet werden. Bei ihnen wird also nicht zu viel Misstrauen geweckt, weil die Autoritäten in ebenso wenig Misstrauen entgegenstellen.
  • Sandbox Innsmouth. Die Investigatoren können sich überall umschauen und einen Eindruck von der Stadt erhalten.
    Tipp: NSCs einbauen, die später noch wichtig werden können, wie natürlich Ralsa Marsh, aber auch Eustis Eliot.

Neutral:

  • Erbschaft-Abenteuereinstieg.

Negativ:

  • Die Investigatoren sind Schuld an der Freilassung von Gregory Grawford und können das nicht verhindern.
  • Es ist schwierig die Investigatoren mehrere Tagen in der Stadt zu lassen, sodass sie wirklich die Geschehnisse um Gregory Grawford mitbekommen.
    Tipp: Entwicklung von Gregory Grawford auf ein bis zwei Tage bschleunigen i.V.m. dem nächsten Tipp.
  • Gregory Grawford ist am Anfang so groß wie eine Ratte. Das fand ich selbst für Mythosverhältnisse einfach total unpassend.
    Tipp: Einfach bei der Größe eines kleinen Kindes anfangen und ihn in einen unzugänglichen Verschlag kauern lassen.
  • Reiner Fokus auf Atmosphäre. Das kann schnell langweilig werden. Das Abenteuer sagt selber:
    „Kurz, viel gibt es in diesem Szenario nicht zu gewinnen: Nur ein baufälliges Haus voller vernachlässigter Antiquitäten und Geheimnisse und – wichtiger – einen ersten Blick auf den düsteren Schatten über Innsmouth.“
    Tipp: Das Abenteuer als Auftakt einer Innsmouth-Kampagne nehmen. Als Einzelabenteuer funktioniert es nicht.

Anmerkungen und weitere Tipps:

  • Ein oder mehrere Investigatoren können das Blut der Tiefen Wesen in sich tragen und erste Hinweise auf diesen Umstand finden. Ich habe das nicht gemacht. Wenn man das aber will, dann sollte man sich sicher sein, dass die Spieler damit kein Problem hätten.

Fazit:
Ein sehr stimmungsvolles aber vom Plot her langweiliges Szenario, das super als Auftakt für eine Innsmouthkampagne dienen kann.

Zu Tegres Rezension im Tanelorn-Forum

Neuer Index für Frosty Pen&Paper Online

Ich habe wieder einen Rezensions-Index erstellt, diesmal für die Produkt-Bewertungen des Youtubers und Bloggers, und Podcasters Frosty Pen and Paper.

Frosty Pen&Paper

Ich produziere Pen&Paper Actual Plays zu allen möglichen Genres und Systemen, die mich und oder euch interessieren. Dabei kümmere ich mich sowohl um Rollenspiel-TheoriePodcasts, Livestreams mit Gästen als auch Tutorials um eurer Runde ein paar neue Impulse zu geben. Dabei gibt es wie immer kein richtig oder falsch, sondern nur Ratschläge und Hinweise.

Auf dieser Seite findet ihr einen Index aller bisher von Frosty bewerteten Rollenspiel-Produkten inklusive Prozent-Bewertung. Der Index ist über das Suchfeld sortier- und filterbar und wird von mir bei neuen Rezensionen regelmäßig aktualisiert.

Weitere Bewertungs-Projekte und Rollenspiel-Blogs im Netz stelle ich hier vor.

Bewertungs-Update Splittermond-Forum vom 21.11.2018

Ich habe die Daten der Splittermond-Bewertungen aktualisiert.

Im Zeitraum vom 15.09 – 20.11 sind 29 Stimmen bei den Abenteuer-Bewertungen, 83 Stimmen bei den Spielhilfe-Bewertungen und 24 Stimmen bei den Roman-Bewertungen hinzu gekommen.

Welche Abenteuer und Spielhilfen neue Stimmen bekommen haben, findet ihr unter Statistiken & Diagramme oder direkt unter:

Stimmabgabe Splittermond 38.-46. KW 2018

Bewertet die euch bekannten Abenteuer, Spielhilfen und Romane im Splittermond-Forum.

Bewertungs-Update Tanelorn-Forum vom 19.11.2018

Ich habe die Daten der Tanelorn-Bewertungen aktualisiert.

Im Zeitraum vom 12.09 – 19.11 sind 48 Stimmen bei den Abenteuer-Bewertungen und 110 Stimmen bei den Spielhilfe-Bewertungen hinzu gekommen.

Welche Abenteuer und Spielhilfen neue Stimmen bekommen haben, findet ihr unter Statistiken & Diagramme oder direkt unter:

Stimmabgabe Abenteuer/Spielhilfen 38.-46. KW 2018

Neue Bewertungs-Umfragen könnt ihr euch in diesem Tanelorn-Thread wünschen.

Chiarina Rezension: Itras By

Mit Erlaubnis von Chiarina aus dem Tanelorn-Forum, stelle ich hier eine seiner Abenteuer-Rezensionen vor.

Itras By ist eines meiner liebsten Erzählrollenspiele, daher muss ich hier unbedingt noch eine kurze Rezension abliefern.

Das Regelwerk besteht aus einer relativ umfangreichen Settingbeschreibung. Das Spiel entfaltet sich in Itras By, einer surrealistisch anmutenden Stadt, die an ein Europa der 20er Jahre anknüpft. In der Mitte der Stadt befindet sich der Mondturm, das Zentrum von Stabilität und Ordnung. Um diesen Turm herum gruppieren sich 5 Stadtteile: ein Reichenviertel, ein Bürgerviertel, ein Arbeiterviertel, ein Künstlerviertel und das Stadtzentrum. Alle diese Viertel sind voller surrealistischer Details: Von Gebäuden, die an Krebs erkranken über irgendwelche alten Mönche, die aus Träumen Realität werden lassen können bis hin zu einer gewaltigen Spinnengöttin, die seit dreihundert Jahren die Stadt regiert. Je weiter man sich von dem zentralen Mondturm entfernt, desto unvorhersehbarer und verrückter stellt sich die Umwelt dar. Am Ende der Existenzebene befindet sich die Randzone, eine unwirkliche, traumhafte Region, deren Betreten zu unvorhersehbaren Erlebnissen führt. Was dahinter liegt ist nicht bekannt.

Das Spiel enthält keine Regel zu viel. Die mageren Anweisungen erfordern keinen Lernprozess, es muss nie – wirklich nie! – irgendwo eine Regel nachgeschlagen werden. Itras By braucht einen Spielleiter, der aber relativ schwach ist, weil sich das Geschehen weitgehend aus freier Improvisation ergibt. Inspirationen liefern dabei im Wesentlichen zwei Kartenstöße. In jeder Szene steht es jedem Spieler frei, für seinen Charakter eine Entscheidungskarte zu ziehen. Das sind im Prinzip die im Erzählspielsektor allseits bekannten Konfliktresolutionskarten mit „Ja, aber…“, „Nein, und…“ etc. In Itras By liefern die Karten noch ein wenig mehr (z. B.: „Nein, aber dafür geschieht etwas Vorteilhaftes, was damit gar nichts zu tun hat.“). Einmal pro Spielabend kann außerdem noch jeder Spieler eine Zufallskarte ziehen. Diese Karten enthalten Anweisungen, die dem Spielgeschehen eine zusätzliche surrealistische Note geben. Eine Karte informiert die Spieler beispielsweise darüber, dass ihre Charaktere Publikum haben, das in der gegenwärtigen Szene lautapplaudierend oder protestierend seine Meinung zu ihrer Performance abgibt. Eine andere Karte lässt für eine Szene die Charakterblätter einen Platz weiter geben… auch der Spielleiterposten rotiert! Eine dritte Karte intitiiert ein Stille-Post-Spiel. Was der letzte Spieler in der Reihe versteht, hält Einzug in die Spielrealität… undsoweiter. Die Ideen sind teilweise harmlos, teilweise echt schräg. Es ist möglich, ein Itras By Abenteuer vorauszuplanen. Man muss eben nur damit rechnen, dass ein Plot nicht nur durch die Spieler, sondern außerdem auch noch durch den Surrealismus des Spiels gehörig hin und her gebogen wird. Ein Spielleiter sollte mit der Flexibilität an die Sache heran gehen, ab einem gewissen Grad an Chaos den Plot dann eben auch mal ganz in den Wind zu schießen. Wenn sie gut durchdacht ist, trägt eine Ausgangssituation das Spielgeschehen von allein und ist wahrscheinlich angemessener, als ein minutiös durchgeplantes Abenteuer. Bei aller Unvorhersehbarkeit ist das Spiel aber absolut kampagnentauglich.

Das Regelwerk enthält außerdem noch ein nicht allzu außergewöhnliches System zur Charaktererschaffung, wie es sich für ein Erzählrollenspiel gehört. Es läuft darauf hinaus, dass man seinen Charakter mit verschiedenen Eigenschaften, Fertigkeiten, Dramaelementen, Motiven und Verknüpfungen mit den anderen Charakteren ausstattet. Diese Dinge werden durch die Bank frei ausgewählt. Das Regelwerk enthält viele Anregungen, aber keine verbindlichen Regeln (mal abgesehen von Hinweisen, wie viele Eigenschaften welcher Art gewählt werden sollten).

Außerdem findet sich im Regelwerk noch ein Kapitel mit Spielleiter- und Spielertipps, das mit gut gefallen hat. Revolutionär neuartig ist es allerdings nicht.

Ich halte das Spiel für absolut großartig und hatte schon ganz tolle, intensive Spielerlebnisse damit. Itras By hat allerdings leider eine kleine Einsteigerhürde: Das Setting ist doch recht fremdartig und auch etwas umfangreicher, sodass eine Einarbeitungsphase nur schlecht umgangen werden kann. Direkt losspielen ist jedenfalls nicht so einfach. Wer aber Spieler hat, die sich das Setting (knapp 80 Seiten) mal durchlesen oder am Anfang ein paar Erklärungen akzeptieren, der sollte das einfach ´mal ausprobieren.

Zum Itras By Bewertungs-Thread im Tanelorn-Forum
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